Liebe Leser,

wir leben in schwierigen Zeiten. Wenn man sich die Zahlen bewußt macht, dann stehen wir erst ganz am Anfang eine katastrophalen Entwicklung.

Ein paar Zahlen zum Nachdenken

5% der Corona Fälle erfodern eine Intensivmedizinische Behandlung mit Beatmung. Bei ca. 85 Mio Einwohnern reden wir hier von ca. 4.3 Mio betroffnen in Deutschland. Wir haben ca. 28.000 Krankenhausbetten, die jedoch für alle Patienten (vom Blinddarm bis zum Verkehrsunfall) benötigt werden und auch heute schon belegt sind (ca.70-80% Auslastung). Effektiv haben wir also ca. 5.600-8.400 Behandlungsplätze.

8.400 Behandlungsplätze für 4,3 Mio potentiell betroffenen Patienten!

Bei 200.000 Infizierten beträgt der Bedarf 10.000 Betten. Bereits heute gibt es Nachrichten von fehlendem Schutzmaterial.

Italien ist über diesen Punkt schon hinaus, dort müssen Ärzte entscheiden, wer an eine lebensrettende Beatmungsmaschine angeschlossen wird und wer nicht und somit quasi zum Tode verurteilt wird.

Der 3D Druck kann den Unterschied machen

In Italien wurden bereits Ersatzventile, die nicht lieferbar waren, für Beatmungsgeräte mit dem 3D-Druck reproduziert.
siehe https://www.theverge.com/2020/3/17/21184308/coronavirus-italy-medical-3d-print-valves-treatments

Joseph Prusa nutzt seine Druckfarm um ca. 5.000 Gesichtschutze pro Tag herzustellen und liefert diese an den Tschechischen Staat.
siehe https://blog.prusaprinters.org/from-design-to-mass-3d-printing-of-medical-shields-in-three-days/

Zwei kanadische Krankenhäuser haben einen Wettbewerb ausgerufen und bieten 200.000 kanadische Dollar Preisgeld für ein einfaches Beatmungsgerät, welches mit dem 3D Drucker hergestellt wird und bei der Elektronik auf weitverbreitete Arduino/Raspberry Pi setzen.
siehe https://www.heise.de/newsticker/meldung/Neue-Beatmungsgeraete-gesucht-Belohnung-winkt-wenn-s-flott-geht-4687601.html

Insbesondere in den vor uns liegenden Zeiten können wir alle unter Umständen mit dem 3D Druck kurzfristig Lücken schließen und damit an der ein oder anderen Stelle den Unterschied zwischen Leben und Tod machen.

Meldet Euch – wir müssen uns organisieren!

Unsere größte Schwäche ist dass wir nicht organisiert sind. Die 3D Drucker sind auf viele Vereine, Firmen und Privatpersonen mit unterschiedlichen Geräten und Erfahrungen.

Bei der aktuell rasanten Entwicklung können wir nur gemeinsam helfen. Um effizient helfen zu können bin ich der Meinung, das wir uns vernetzen müssen um unsere gemeinsamen Ressourcen gebündelt nutzen zu können.

Als Produkt und Projektmanager aus der IT-Branche mit Produkterfahrung in Hardware denke ich dass folgendes helfen kann:

  1. Drucker und Druckfähigkeiten
    Konkret – wo steht welcher Drucker mit welchen Eigenschaften, welche Erfahrungen haben die Bedienenden vor-Ort? Welche Materialien können mit welchen Verfahren gedruckt werden?
  2. Materialverfügbarkeit
    Kurzfristig kann es zu Lieferengpässen von Material kommen, wo sind welche Materialien vorhanden.
  3. Wissen
    Wer hat welches Wissen im Bereich CAD, CAM, 3D Druck, Scannen, etc.
  4. Sonstige Hilfe und Kontakte
    Wer kann sonst in welcher Form helfen? Webentwicklung, Koordination, Projektmanagement, Qualitätskontrolle, Logistik, Telefondienst, etc.
  5. Wer kennt wen?
    Gibt es sinnvolle Kontakte, die man nutzen kann, beispielsweise Qualitätsmanager, etc.

Mit der Liste an Hwardware, Material und Fähigkeiten sind können wir bei einer Anfrage der Behörden, Krankenhaus, etc. weiterhelfen/vermitteln wenn man selber nicht helfen kann.

Next Steps

Im ersten Schritt steht die grobe Vernetzung. Bitte meldet euch bei mir wenn ihr denkt dass ihr Beitragen könnt unter tim@timthinks.de.

Ab einer gewissen kritischen Masse können wir uns besprechen, was wir für die Koordination brauchen (Wiki, Prozesstool, Chat, Telefonie, etc.)

Von daher meldet euch bitte!

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